07.11.2025 Samenspediteure

Liebe Ernteteiler und HappyHennen-Paten,
nachdem wir euch letztes Jahr mit Chili überflutet hatten, haben wir dieses Jahr etwas passgenauer angebaut. Aber es gibt einfach so schöne verschieden Chilisorten und die allerschönste gibts für euch morgen in die Kisten, die Sugar Rush Stripey! Hier präsentiert sie sich für euch auf dem Foto: 
Auf dem Foto sind auch fast alle Reifestadien zu sehen. Uns taugt es immer, wenn die Pflanze so ein großes Farbspekturm hat. Die Stripeys komme von grün nach orange und dann kriegen sie diese wunderhübschen Streifen und dann reifen sie (leider) nach vollrot ab. Sie sind eher mild scharf und man kann sie auch schon im orange-rot gestreiften Stadium essen, in vollrot sind sie aber süßer. Die Schärfe steckt ja aber vor allem in bzw an den Kernen und in dem weißen Innengewebe. Auf botanisch heißt das Plazenta und dort wird das Capsaicin gebildt, also der Stoff, den wir als scharf schmecken. Die Samen an sich sind gar nicht scharf, sondern nur dann, wenn sie mit der Plazenta in Kontakt kommen, weil dann erhalten sie einen Capsaicin-Überzug und schmecken für Säugetiere scharf. Vögel können das nicht schmecken, die haben da keine Rezeptoren für, was von der Chili oder der Natur sehr klug gemacht ist, weil die Vögel können ja nicht kauen und scheiden die Samen dann wieder unverdaut in Vogelkacke aus und so kann sich die Pflanze vermehren. Wobei unverdaut nicht ganz stimmt. Im Verdauungstrakt von Vögeln sind bestimmte Säfte, die dazu führen, dass die Samen angeraut werden. Der Vorgang heißt bisschen martialisch „Scarifizierung“. Das hat zur Folge, dass die Samen nach dem Abwurf aus dem Vogelpo noch besser aufgehen. Zumal in der Vogelkacke Stickstoff, Kalium und Phospor sind, ein idealer Dünger für Keimlinge. Außerdem trocknet die Kacke schnell und verteilt sich gut. Säugetiere würden die Samen schon durch ihr Gekaue beschädigen und der lange und saure Verdauungstrakt von denen ist auch kein Hilfe. Säugetiere sind also keine guten Spediteure und werden deswegen durch die Schärfe abgeschreckt. Wir haben von die Stripeys aber eh Samen genommen, um sie für Säugetiere zu vermehren. Ihr müsst also kein schlechtes Gewissen ob eure Verdauung haben, das Vermehren haben wir schon übernommen – mit unsren Händen wohlgemerkt! 
In der Erntekiste: Kartoffeln, Winterkohlrabi, Radicchio, Sugar Red Stripey, Oregano, Paprika.

In der großen Kiste zusätzlich: Äpfel und Schnittlauch.

Die HappyHennen liefern fleißig an all ihre Patinnen und Paten.

Hier ist die stolze Gärtnerin Ingrid mit einem diesjährigen Pracht-Winterkohlrabi zu sehen. Wir haben echt top Kohlrabi dieses Jahr. Keine Angst, die sind nicht alle so groß wie der oben, aber schön sind sie alle. Der Winterkohlrabi wird im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder, dem normalen Kohlrabi, innen nie holzig, sondern bleibt saftig und weich, auch im langen Winterlager. Man kann ihn frisch essen, aber er eignet sich auch für alle warmen Gerichte wie Eintöpfe, auf dem Blech oder so wie hier, überbacken aus dem Ofen:
Ofenkohlrabi mit Rahm und Oregano

1 großer Winterkohlrabi (ca. 800 g)1 Zwiebel1 EL Butter oder Öl150 ml Sahne (oder Hafersahne)100 ml Gemüsebrühe1 TL SenfSalz, Pfeffer, Muskatfrischer Oregano oder Thymian


Kohlrabi schälen, in 1 cm dicke Scheiben oder Stifte schneiden. Mit Brühe und Sahne ablöschen, Senf und Gewürze dazu, 10 Minuten leise köcheln. In Auflaufform geben, mit Käse bestreuen, 15 Minuten bei 200 °C überbacken.Tipp: Mit Röstzwiebeln und Kartoffelstampf wird’s ein einfaches Winteressen – oder mit etwas Räuchertofu für mehr Umami.

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