Wintersalat

23.01.2026 Die Profis heizen

Liebe Ernteteiler und HappyHennen-Paten,
bitte bringt morgen UNBEDINGT eure leeren Kisten zurück ins Depot. Wahrscheinlich werden sie morgen nicht reichen und ein paar Ernteteiler werden den Inhalt ihrer kleinen Kiste in einer großen Vorfinden. Bitte vor allem die ErnteteilerInnen in der Stephanstr und in Reichelsdorf mal genau bei sich schauen, ob es leere oder mit etwas anderem gefüllte Kisten gibt, die dringend auf den Hof zurückwollen… DANKE!

UND: nächste Woche gibts wieder einen Schwung Suppenhennen für die Hühnerpaten. Wer einen HappyHennen-Patenschaft hat und ein Patenhuhn bekommt, kriegt noch eine Extra-Mail. Extra-Huhn-Besteller dürfen beim nächsten Termin in wenigen Wochen nach Herzenslust bestellen. Wer schon nächste Woche dringend eins braucht (Corona, Influenza, RSV…), kann sich gerne melden!
Heute war´s und morgen wird´s wieder so kalt, dass wir nichts Frisches für euch aus den Tunneln ernten können 😞 Die Kulturführung bei der Kälte und den Wechseln ist eine echte Herausforderung. Am Wochenende hatten wir Besuch von einer Gemüsemeistermitschülerin von Ingrid. Mit der haben wir gefachsimpelt übers Gießen und Jäten jetzt im Winter. Problematisch wird es, wenn der Tunnel zu feucht ist. Hat man einmal zu viel gegossen, lässt sich die überschüssige Feuchtigkeit im Winter kaum mehr abbauen, weil die Verdunstung minimal ist. Und zuviel gegossen meint auch Gießungen nach der Pflanzung im Herbst. Wenn man pflanzt und zu viel gießt und dann ist es gleich kalt, hat man über Wochen zu viel Feuchtigkeit und Feuchtigkeit bedeutet dann schnell Schmodder am Salat. Hat man aber zu wenig Feuchtigkeit, dann wächst nichts gescheit und es bleibt so lasch. Das Wachstum im Winter ist ja eh viel weniger stark als im Sommer. Generell ticken Wintersalate anders als Sommersalate. Während zB Kopfsalat auf Tempo gezüchtet ist, schalten Wintersalate bei Kälte in den Überlebensmodus. Sie wachsen langsamer, lagern Zucker und Salze in ihren Zellen ein und bauen sich damit so etwas wie ein biologisches Frostschutzmittel. Der Zellsaft friert später – und weniger zerstörerisch. Dazu kommt: Wintersalate sind stabiler gebaut. Ihre Zellwände sind fester, das Gewebe kompakter. Wenn es friert, entstehen Eiskristalle eher zwischen den Zellen als in ihnen. Beim Auftauen bleibt die Pflanze heil. Kopfsalat dagegen ist saftig, wasserreich und auf schnelle Blattmasse getrimmt. Friert er durch, reißen die Zellen – zurück bleibt Matsch. Man kann sich das vorstellen wie Winter- und Sommerschuhe: Der eine ist fest, isolierend und auf Kälte vorbereitet. Der andere bequem, weich – und bei Frost schlicht fehl am Platz. Dass Wintersalate den Winter besser überstehen, ist kein Zufall, sondern Ergebnis von Genetik und Züchtung. Sie wurden auf Durchhalten selektiert, nicht auf Tempo. Aber trotzdem sind alle Wintersalate auch nur bedingt frosthart. Der Spitzenreiter dabei ist Feldsalat. Der kann bis -15 Grad ab, v.a. weil er total bodennah wächst und sehr wasseram ist, aber viel Salze und Zucker in der Zelle hat. Winterpostelein und die Asiasalate können an den Blättern Frostschäden kriegen, treiben aber von unten immer wieder durch. Blöd ist halt, dass alles, was gefroren ist, nicht geerntet werden kann, weil sonst Matsch. Die Pflanze schafft das Auftauen nur, wenn sie nicht abgeschnitten wurde. Das alles haben wir mit Ingrids Kollegin durchgekaut und keine gescheite Lösung für uns gefunden, was wir besser machen könnten. Sagt sie: „Tja, die Profis heizen halt!“. Genau. Wenn wir eine Heizung im Folientunnel hätten, dann könnten wir die einschalten und das Einfrieren verhindern oder auch die Verdunstung anregen, wenn wir zu viel gegossen haben. Aber, ey, heizen bei Minusgraden in einem Folientunnel, der ja überall kalte Luft reinlässt und so hoch ist, dass die Wärme sofort nach oben steigt? Ist doch irre ineffizient und alles nur, weil wir als Menschen nicht mehr warten können oder mal auf was verzichten? Ist doch Quark, dann sind wir lieber weiter keine Profis und füllen eure Kiste mit Gemüse aus unserem Lager. Übrigens, falls der Chinakohl morgen gefroren bei euch ankommt, macht das nichts. Einfach wieder auftauen lassen und essen!
Wintersalat
In der ErntekisteLetztes Mal Kürbis, großer Winterkohlrabi, Kartoffeln, Rote Bete und Chinakohl.

In den großen Kisten zusätzlich: Wirsing

Die HappyHennen liefern fleißig und zum Teil Junghenneneier!
Muskatkürbis
Morgen gibts das letzte Mal Kürbisse. Die haben im Lager jetzt für ihre Verhältnisse echt lange durchgehalten und wir sind ihnen dankbar, weil sie immer bisschen Farbe in die Kiste bringen. Aber an einigen Stellen sind sie jetzt schon nicht mehr schön. Wir putzen sie für euch vor, aber schaut einfach selbst noch, dass ihr alles wegschneidet, was weich oder verfärbt ist. Wie gesagt, diese Lagerpilze sind nicht giftig, aber muss man trotzdem nicht essen. 
KOHLRABI-STEAKS 

 1 Winterkohlrabi2 EL Olivenöl1 TL Ahornsirup oder Honig1 TL Sojasauce1 TL Paprika65g Butter1 Schalotteeine Handvoll gehackte PetersilieAbrieb und Saft einer Zitrone1 TL Misopaste verdünnt in 60 ml Wasser1 TL Ahornsirup oder Agavensirup oder Honig

Den Winterkohlrabi in 2-3cm dicken Scheiben schneiden und oben und unten ein Rautenmuster einritzen. Marinade aus Öl, Honig, Sojasauce, Paprika und Salz und Pfeffer rühren und die Kohlrabisteaks damit einpinseln. 
Bei 200 °C 25 Minuten backen, umdrehen und weitere 20 Minuten backen.
Währenddessen die Schalotte fein wüfeln und in Butter weich dünsten. Dann Petersilie und Zitrone dazu sowie das Miso-Wasser und den Honig. Ein paar Minuten köcheln lassen, bis es eine etwas dickliche Soße gibt. Die gebräunten Steaks damit übergießen und verspeisen.
Winteridylle

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