14.11.2025 Bissgrün

Liebe Ernteteiler und HappyHennen-Paten,
diese Woche gibts noch schöne Herbsttage, aber nächste Woche kommt der Winter. Deswegen haben wir die Woche die Paprika für euch alle abgeerntet, damit die nicht hin werden. Es sind noch richtig viele und wir geben sie euch auf zweimal in die Kiste. Einige sind noch ausgereift, aber viele sind noch grün. Wir wollen die nicht wegschmeißen und unsere Tiere sind nicht so scharf auf Paprika, außer von Theobald und Wunibald werden sie kaum gutiert. Deswegen morgen für euch:
Früher hat man weltweit sowieso vor allem grüne Paprika gegessen, weil die kommen ja an der Pflanze zuerst, bevor sie dann, je nach Sorte, nach gelb, rot oder im Alawi-Fall nach schokolade abreifen. Früher konnte man sich den Luxus einer roten Paprika kaum leisten. Außerdem sind vor allem die roten Paprika empfindlich, anfällig für „Dädscher“ und ähnliches. Je nach Region gabs unterschiedliche Rezepte für die Grünen. Man hat das genutzt, dass die bissfester, stabiler und teilweise bisschen bitter sind. In Spanien hat man sie fritiert, in Mexiko Salsa draußegemacht, auf dem Balkan gefüllt oder als Sauergemüse eingemacht. Wir sind letztens von Diana Burkel in ihr Würzhaus eingeladen worden und haben da eine Soße aus grünen Paprika zu irgendwas mit Aubergine gegessen, das war sooo lecker und da hat der grüne Paprikageschmack so richtig Sinn gemacht. In Deutschland ist es aber ja eher so, dass alle genervt sind von der grünen Paprika, die beim Holland-Mix von Aldi und Co mitdrin ist. Im Mix ist die grüne Paprika ja auch nicht als freundliche Anregung oder Geschmackserweiterung gemeint, sondern weil sie billig ist und den Durchschnittspreis drückt. Die grünen Holland-Paprika sind alles unreife rote Paprika, also keine extra Sorte, die auf grün und Geschmack gezüchtet wurde, sondern der Ausschuss von den roten. Die grünen kann man bei optimalen Temperaturen schon nach 60 Tagen ernten. Bis sie rot werden dauert es ca. 75 Tage. Rote Paprika haben also eine längere Kulturzeit, brauchen mehr Energie im Gewächshaus und haben ein höheres Risiko für Schädlinge und Krankheiten. Die grünen Paprika halten sich dagegen besser, weil sie fester sind (deswegen werden auf dem Balkan eben grüne Paprika gefüllt, weil sie nicht so schnell zerfallen) und straffer. Wenn im Holland-Mix die rote Paprika schon etwas nachlässt, sieht die grüne noch frisch aus, was den Gesamteindruck dann aufwertet. Außerdem wird „bunt“ ja mit „gesund“ assoziiert, deswegen kaufen wir das, obwohl wir eigentlich keine grüne Paprika wollen. Ihr habt ja vielleicht in den letzten Wochen schon gesehen, dass es bei den Paprikafarben wesentlich mehr Farben und Formen gibt als beim Aldi im Sortiment sind. Jetzt bei den grünen sieht man das auch nochmal, weil die allermeisten sind auch anders grün als die grüne aus Holland und sie schmecken auch anders als die. 
Also denkt morgen nicht „Oh schade, nur grüne Paprika“, sondern „Yeah, grüne Paprika – ideal zum Füllen, Schmoren oder für ein saugutes Pesto (s. Rezept unten).
In der ErntekisteHokkaido-Kürbis, Radicchio, Stangensellerie (auf dem Foto ganz unten seht ihr die wunderschönen Blüten vom Stangensellerie), Chili Sugar Red Stripey, Rote Bete oder Ringelbete, kleiner Chinakohl und Paprika.

In der großen Kiste zusätzlich: Endiviensalat

Die HappyHennen haben Lieferpause.
Und so sieht es gerade im Folientunnel aus. Postelein, Asia-Salate, Spinat, Hirschhornwegerich und Co starten in ihre Wintersaison. Wir freuen uns über die verschiedenen Grüntöne, die langsamer wachsenden Beikräuter und die sakrale Herbststimmung im Tunnel 
Grünes Paprika-Pistazien-Pesto

2 grüne Paprikaschoten1 Zehe Knoblauch40 g Pistazienkerne ohne Salz geschält und geröstet1 Bund Basilikum½ Zitrone Saft2 EL frisch geriebener Parmesanca. 50 ml Olivenölgrobes Meersalz1 Msp. Piment d’Espelette Den Backofen auf die höchste Stufe der Grillfunktion vorheizen.Die Paprikaschoten halbieren, entkernen und mit der Schnittseite nach unten auf ein Backblech legen. Knoblauch samt Schale in ein Stück Alufolie wickeln. Beides im vorgeheizten Ofen auf der 2. Schiene von oben rösten, bis die Paprika schwarz wird und die Haut der Paprika anfängt Blasen zu werden.Ein sauberes Küchenhandtuch nass machen und gut auswringen. Paprika aus dem Ofen nehmen und sofort mit dem Küchenhandtuch abdecken. Vollständig abkühlen lassen.Die Pistazienkerne grob hacken und in ein hohes Gefäß geben. Basilikum waschen und trocken schütteln, die Blättchen abzupfen und zu den Pistazien geben.Sobald die Paprika abgekühlt ist, die Haut mit einem kleinen Messer abziehen. Paprika in grobe Stücke schneiden und ebenfalls zu den Pistazien geben. Den Knoblauch aus der Schale dazudrücken.2 EL frisch geriebenen Parmesan, sowie den Saft ½ Zitrone hinzufügen und alles mit dem Stabmixer zu einem cremigen Pesto pürieren. Nach und nach das Olivenöl dazugeben und alles mit Meersalz und Piment d’Espelette würzen und abschmecken.  Das Pesto wahlweise mit Nudeln vermischen, zu Gemüse reichen oder in ein Risotto rühren. Mit Burrata, Feta oder Ziegenkäse und ein paar Tropfen feinstem Olivenöl servieren.

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