Kastration die Vierte
| Liebe Ernteteiler und HappyHennen-Paten, also vorneweg: es hat geklappt! Alle fünf männlichen Ferkel sind erfolgreich kastriert worden und putzmunter. Aber: schön war´s nicht. Vor allem nicht für Eloise, die wirklich die ganze Zeit versucht hat, sich aus ihrem Abferkelstand zu befreien und ihren Ferkelchen zu Hilfe zu kommen. Sie hat jetzt Druckstellen am Kopf und am Hintern. Richtig blöd, aber wäre nicht anders gegangen. Wenn wir sie nicht eingesperrt hätten, hätten wir die ganze Aktion gleich wieder abblasen können. Die Ferkel sind zwar entspannt, aber sobald man eines hochnimmt, quieckt es wirklich wie ein Schwein. Und das Quiecken lässt Eloise dann hochgehen. Aber ohne Hochnehmen kriegen wir die nicht aus unserem Gehege raus. Wir haben uns echt bemüht, die zackig zu fangen und dass es einfach schnell geht, aber fang mal so kleine, quirlige Fregger. Die sind echt flink und mittlerweile wiegen sie alle mindestens 10kg, so dass man auch echt fest zupacken muss. Aber wir haben es schließlich geschafft und Sebastian, der sehr nette Tierarzt, konnte zur Tat schreiten. Uns war nicht klar, dass er dafür eine OP-Assistenz benötigt. Deren Job war erstmal das Ferkel so lange im Schwitzkasten zu halten, bis der Tierarzt in die Ohrvene das Narkosemittel gespritzt hat. Außerdem haben alle Ferkel eine Eiseninjektion und ein schmerz- und entzündungshemmendes Mittel gespritzt bekommen, aber nicht in die Ohren, sondern in den Nackenmuskel. Nachdem die Narkose im Ohrwaschel war, ist das Schweinchen dann relativ schnell weggedämmert. Aber außer Roman war niemand krafttechnisch (Ingrid und Karina) und ruhetechnisch (Altbauer) in der Lage, ein Ferkel zu bändigen. Also hat Roman das heroisch übernommen und heroisch gemeistert. So eine angestochene Ohrvene blutet noch ziemlich nach, so dass er am Ende regelrecht blutverschmiert war. Bisschen wild… Das weggedämmerte Schweinchen musste dann so gehalten werden, dass der Sebastian-Tierarzt zur Tat schreiten konnte. Zwei kleine Schnitte im Unterbauch, Hoden rausdrücken, Samenleiter abklemmen, Hoden entfernen, Blauspray drauf, fertig. Keine Naht, nix, damit diverse Flüssigkeiten noch rauslaufen können. Danach kam das Ferkel ins Strohbett, quasi der Aufwachraum (s. Foto ganz unten). Solange die pennen, darf man sie nicht zurücktun, weil sie dem Körper von Eloise nicht ausweichen können. Sie haben ca. eine halbe Stunde gebraucht, bis sie wieder die Augen aufhalten und einigermaßen stehen konnten. Dann haben wir sie zu Eloise rein und sie wieder aus der Box gelassen. Sie ist schnurstracks zu den Ferkeln und hat erst wirklich Ruhe gegeben, bis auch das Letzte wieder bei ihr war. Hat sie genau gewusst, dass es erst sechs waren. Kluges Schwein halt. Nach einer Stunde war den kleinen Schweinchen nix mehr anzumerken und mittlerweile sowieso nicht. Wenn wir nicht wüssten, was gewesen ist, würde man nicht draufkommen. Außer im Kontakt mit Eloise, weil die findet uns jetzt bescheiden. Wird bisschen dauern, bis wir die Beziehung wieder normalisiert haben und mei, wir können sie ja verstehen. Falls wir sowas nochmal machen, müssen wir es anders machen, damit sie nicht so viel Stress dabei hat und wir nicht einem gestressten Schwein so lange zuschauen müssen. Der Tierarzt hat sie die ganze Zeit gelobt für ihre tollen Mutterinstinkte. Er fand das gut, dass die so abgehaust hat. Erst beim Reden beim Gehen haben wir dann gecheckt warum. Er meinte, dass in der Schweinezucht seit Jahren nur noch auf „calm and chill“ bzw „relax“ gezüchtet wird. Sowohl bei den Ebern als auch bei den Sauen. Es sollen also nur noch ruhige, ausgeglichene Tiere gezüchtet werden, die für die Haltung in den Schweine-KZs am einfachsten zu handhaben sind. Sauen wie Eloise mit sehr guten Muttereigenschaften fallen da dann raus. Eloise ist in der Lage, sieben Ferkel in einem mäßig geschützten Freiland gesund aufzuziehen und zu beschützen, aber für die moderne Stallhaltung kommt sie beim Menschen nicht in Frage. Also wenn das nicht traurig ist… Naja, wir sind froh, dass wir sie haben und dass sie so ist, wie sie ist. Eigentlich sollte doch der Mensch alles machen, damit die sogenannten Nutztiere einfach anständig leben und ihr Leben für den Menschen geben können. Aus Dank und Respekt an ihrem Wohl und an ihren Instinkten und Bedürfnissen orientiert. Aber so ist die Welt halt nicht, man kann es nur selbst versuchen anders zu machen. Wir wollen das versuchen und das nächste Mal ein stressfreiere Lösung finden. Aber jetzt müssen wir erstmal überlegen, wo wir ausreichend Platz für die ganzen Schweinchen finden und wie wir sie anständig groß kriegen können. Wird bestimmt nicht langweilig am Hof! |

| In der Erntekiste Kürbis, Radieschen, Petersilie, Selleriegrün vom Knollensellerie, Karotten, Fenchel und Radicchio. Die HappyHennen liefern so gut sie können an alle Patinnen und Paten. |
| Auf diesem Foto seht ihr unsere bunte Hühnerherde und hinten die sie beschützenden Schreihälse Kasper, Melchior, Balthasar und Theobald (v. rechts nach links). Dieses Jahr haben wir uns ja sehr mit dem Ausbrüten und Großziehen einer eigenen Nachzucht beschäftigt, um nicht immer Junghennen zukaufen zu müssen und weil wir die Küken so gern haben 🙂 Letzte Wochen haben wir die jungen Hennen dann ins Hühnermobil zu den älteren Hennen getan und deswegen bekommen jetzt einige Depots leider keine Eier, weil wir nicht genug haben. Die Hühner hatten durch das Auskarteln der neuen Herdenhierachrchie offensichtlich nicht genug Kapazität, die gewohnte Eiermenge zu legen. Wir hätten den Einschnitt so nicht erwartet, vielleicht hat es auch was mit der Kälte und dem wenigeren Licht zu tun, aber jedenfalls reichen gerade die Eier nicht. Alle Depots und Menschen, die diese Woche leer ausgehen, sind schon informiert. In zwei oder spätestens in vier Wochen gibts dann die doppelte Menge für die und morgen wird dafür ein kleines Trostpflaster in der Kiste sein. |

| Suppengegrünter Kürbis 800 g Kürbis 1 Bund Suppengrün (Möhre, Selleriegrün, Petersilienstängel, Zwiebel) 2 Kartoffeln (optional, für mehr Sämigkeit) 1 Zwiebel und 1 Knoblauchzehe 2 EL Öl oder Butter 800 ml bis 1 Liter Gemüsebrühe 150 ml Sahne, Kokosmilch oder Crème fraîche Salz, Pfeffer und eine Prise Muskatnuss Vorbereitung: Den Kürbis waschen, entkernen und in Würfel schneiden. Das Suppengrün putzen und grob hacken. Die Kartoffeln schälen undrfeln. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Anbraten: Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und das Suppengrün darin für ca. 3 bis 5 Minuten anrösten. Kochen: Kürbis- und Kartoffelwürfel dazugeben, kurz mitdünsten und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Einmal aufkochen und bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten zugedeckt köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.Pürieren & Verfeinern: Den Topf vom Herd nehmen und alles mit einem Pürierstab fein cremig pürieren. Die Sahne (oder Kokosmilch) unterrühren. Abschmecken: Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig abschmecken. Nach Wunsch mit Kürbiskernen oder frischen Kräutern servieren. |

