Samen mal anders…
| Liebe Ernteteiler und HappyHennen-Paten, heute gibts mal wieder sehr lebens- und realtitätsnahe Wissensvermittlung aus der Landwirtschaft, genauer gesagt der sogenannten Nutztierhaltung. Wir haben ja diese Freilandschweine am Hof. Aktuell noch Manfredi und Eloise. Manfredi ist ein kastrierter Eber und wird, sobald wir uns überwinden können, zu Wurst und Schinken transformiert werden, aber Eloise nicht. Da haben wir Naivlinge gedacht, es wäre doch schön, wenn sie Ferkel haben könnte, für sie, für uns, für alle. Außerdem ist sie ein sehr hübsches, aufgewecktes und robustes Schwein (s.Foto). Eigentlich mehr wie ein Hund. Wenn wir mehr Zeit hätten, könnten wir mit ihr Gassi gehen und ihr Kommandos beibringen, aber im Dorf wird ja schon genug geredet… Außerdem ist sie jetzt in dem Alter, in dem sie „rauschig“ wird. Rauschig ist beim Schwein das Wort für brünftig, also sie kann dann trächtig werden. Das erkennt man an bestimmten Veränderungen an intimen Stellen und an bestimmten Verhaltensweisen, die ihr auf dem mittleren Foto sehen könnt. Das Schwein oben ist Eloise, unten Manfredi. Manfredi kapiert irgendwie nicht so recht, was das soll. (An der Stelle möchten wir hinzufügen, dass wir uns für diesen Newsletter vorgenommen haben, keinerlei Analogien zwischen Schweinen und Menschen zu strapazieren, die darf sich jeder selbst denken…) Bei Schweinen ist das „Aufreiten“ kein rein männliches Verhalten, es machen auch Sauen untereinander, eine Form der sexuellen Kommunikation, die signalisieren soll, dass sie jetzt paarungsbereit sind. Da wir gerade nur Manfredi haben, wird eben mit ihm kommuniziert und so checken sogar wir, dass sie bereit ist. Nur leider ist Manfredi ja kastriert, weil sonst könnte man ihn nicht essen. Eberfleisch gilt nämlich als ungenießbar, weil sich die eberigen Sexualhormone im Fett lösen und dann stinken. Aber vielleicht ist das auch übertriebener Quatsch und man kann Eberfleisch halt nicht als Schnitzel, aber in der Salami schon essen. Ganz früher hat ja wohl auch niemand einen Eber entsorgt. Wie auch immer, wir haben keinen Eber. Am Hof gabs früher Eber, die hießen alle „Max“ und als Kind durfte man da auf gar keinen Fall hin. Heute hat niemand mehr einen Max, weil ein Mastschwein ist normalerweise ein kastrierter Eber. Eberhaltung gilt als schwierig, weil die Herren richtige Stinkstiefel sein können. Und nu? Wie dann zu Ferkel kommen? Genau, über die sogeannten Besamungs- oder Eberstationen. Dort werden Eber mit Zitat „herrausragender Genetik“ ausschließlich zur Spermaproduktion gehalten. Ganz modern sind sogenannte „Melkstände“. Rest könnt ihr euch selbst vorstellen. Dort kann man eine Portion Sperma bestellen und dann kommt die Tierärztin und tut sie in die Sau. Man kann auch einen Besamungskurs machen, dann darf man es selbst machen. Macht Ingrid dann als nächstes: Schweinebesamungsmeisterin… Also Besamungsstation. Da gibts eine in Neustadt a.d. Aisch. Die haben einen Katalog mit lauter Ebern und ihren Kennzahlen. Die Abkürzungen lauten: ZW SI LGF AGF ABG TGF ZLF VR AW Sprungtag. Ja, wir hatten auch keine Ahnung, was das bedeutet. Zuchtwert, Selektionsindex, Lebenstagszunahme, Alterszunahme etc. Die Werte werden in Dezimalzahlen angegeben, völlig irre. Aber unser Vorteil war, dass wir ja mit Eloise eine Kreuzung aus Husumer und Schwäbisch Hallischem Schwein haben. Husumerebersperma gibts sowieso nicht, weil kein echter Landwirt ein Husumer Schwein hält, weil da wahrscheinlich nur negative Kennzahlen stehen würden. Für Sperma vom Schwäbisch Hallischen Schwein müsste man erst einem speziellen Verein beitreten, weil die schlauen Schwäbisch Haller sich ihre Rasse haben sehr gut schützen lassen. Das war uns dann zu aufwendig und außerdem kommt bei uns ja eh kein reinrassiges Schwäbisch Hallisches Schwein raus. Nach mehren Telefonaten mit verschiedenen Stationen haben wir herausgefunden, dass das Angler Sattelschwein quasi das norddeutsche Schwäbisch Hallische ist und fast identische Eigenschaften hat und gleich aussieht. Aber Sperma vom Angler Sattelschwein ist ebenfalls nicht so leicht zu bekommen. Das gibts aktuell nur bei der „Besamungsunion Schwein“ in Stuttgart. Eine Portion Sattelschweinsperma kostet 23€ und der Versand mit Nachtexpress 41,50€. Nachtexpress, weil sonst kommt es nicht schnell genug in der passenden Temperatur an… Mit einer Portion kann und sollte man zweimal besamen, einmal am Anfang der Rauschigkeit und dann innerhalb von 24 Stunden nochmal. Die Tierärztin kostet jedes mal 60€. Wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt, ist die Trächtigkeitsquote wohl über 80%. Der Eber, den wir aus zwei Ebern ausgewählt haben, heißt „Firnis“, der andere hieß Harro und hatte irgendwelche negativen Zahlen… Und wie es weiterging, erfahrt ihr dann nächste Woche…Esst morgen erstmal euer Gemüse 🙂 |

| In der Erntekiste Weißkraut, Karotten oder letzter Winterkohlrabi, Kartoffeln, Asiasalat oder Barbarakresse, Kerbel und Poooostlein. Große Kisten: Bataviasalat und erste Radieschen. Die HappyHennen haben Lieferpause. |

| Rechts neben dem Poppers von Manfredi liegt einer der letzten Winterkohlrabi, den wir aussortiert haben. Teilweise sind die innen jetzt schon etwas trocken, einfach, weil sie lange im Lager waren. Von außen kann man das leider nicht sehen, nur innen. Wir wollten jetzt nicht alle aufschneiden und gucken, deswegen kann es sein, dass ihr einen habt, der schon weng trocken ist. Kann man aber trotzdem normal zum Kochen verwenden, nur zum Frischessen macht er nicht so Spaß. Es sind die letzten für dieses Jahr, also verabschiedet euch dementsprechend und drückt evtl ein Auge zu. |
| Quiche mit Barbarakresse oder Asiasalat 200 g Mehl, nach Wahl 2 EL Sesam, schwarz 1/2 TL Zucker 3/4 TL Salz 100 g Butter 1 EL Bio-Apfelessig 60 ml Wasser Füllung: 3 Bio-Eier 200 g Frischkäse 40 ml Milch Salz und Pfeffer aus der Mühle Muskatnuss, frisch gerieben 1 rote Zwiebel 200 g Barbarakraut oder Asiasalat + 3 Handvoll als Garnitur eine große Handvoll Walnüsse etwas Olivenöl 100 g grob geriebener Käse, nach Wahl Mehl, Zucker, Salz und Sesam mischen. Butter in Würfeln zugeben, mit den Händen zu einem groben Teig verarbeiten. Essig und Wasser zugeben und weiter zu einem festen Teig verarbeiten, danach eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Quicheform (ca. 24 cm Durchmesser) einfetten, Teig dünn ausrollen und die Form damit auslegen. Mit einer Gabel Löcher in den Teig stechen, danach erneut 30 Minuten im Kühlschrank kühlen. Backofen auf 180 °C Ober- Unterhitze vorheizen. Alle Zutaten für die Füllung mischen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Zwiebeln fein hacken, in etwas Öl anbraten, Barbarakraut grob hacken und kurz mit dünsten. Teig aus dem Kühlschrank holen, die Füllung und das gedünstete Barbarakraut auf dem Teig verteilen und mit Käse bestreuen. Quiche im vorgeheizten Backofen ca. 40 Minuten goldbraun backen. In der Zwischenzeit die Walnüsse grob hacken und ohne Öl rösten, bis sie duften. Quiche aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, das restliche Barbarakraut für die Garnitur grob hacken und auf der Quiche zusammen mit den gehackten Walnüssen verteilen. |

